Leipzig: Salon Surveillance – Vorsicht, Vorbeugen!

Salon Surveillance:
Vorsicht, Vorbeugen!
Kinder im Fokus der Kriminalprävention
Donnerstag, 23.9.2010,
19 Uhr

Geprächsrunde mit Verena Schreiber, Goethe-Universität Frankfurt (M.)
Moritzbastei, Universitätsstraße 9, Leipzig

Dass sich Präventions- phantasien besonders häufig um Kinder drehen, ist nichts Neues. Durch ihre Mystifizierung als unschuldige und hilflose und damit gleichzeitig auch immer gefährdete und gefährliche Wesen provoziert Kindheit – wie keine andere Lebensphase – präventive Interventionen.

In jüngerer Zeit verändert sich jedoch die Vorbeugung am Kind, und zwar gleich auf mehreren Ebenen: So wird Kinder- und Jugendarbeit immer häufiger unter dem Namen Kriminalprävention geführt, was dazu führt, dass die Wahrnehmung besonders auf die Schwächen und vermeintliche Gewaltbereitschaft von Kindern und Jugendlichen gelenkt und die Kriminalisierung ihres Verhaltens begünstigt wird. Prävention greift außerdem zunehmend über ein kommunales Netz auf Kinder und Jugendliche zu, weswegen ihre Freizeit zunehmend unter kriminalitätshemmenden und entwicklungsfördernden Aspekten umgebaut wird. Und da Prävention das Kind als „unternehmerisches Selbst“ versteht, welches sich selbst zu regulieren hat, wird Kindern die Verantwortung für ihre Sicherheit aufgelegt.

Verena Schreiber, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Humangeographie der Goethe-Universität Frankfurt (M.), zeigt die Beziehung von neuen Kontrollformen und neoliberalen Transformationsprozessen auf und nimmt die aktuelle Kriminalpolitik zum Ausgangspunkt für die Diskussion der Wirkungen von kriminalpräventiven Interventionen auf die Lebenswirklichkeit von Kindern und Jugendlichen sowie ihre gesellschaftliche Wahrnehmung.

Informationen: http://www.engagiertewissenschaft.de/salonsurveillance

Kontakt: salon@freenet.de

In Kooperation mit Weiterdenken – Heinrich Böll Stiftung Sachsen
und Engagierte Wissenschaft e.V. / AG Kids Control.